Kontakt
Apotheke im Vitelliuspark OHG
Klausener Weg 29a, 54516 Wittlich
06571 95616-0 06571 95616-0

Kontakt speichern

Für Sie gelesen

Hohe Cholesterinwerte bei Kindern: Was Eltern wissen sollten


Bild: Mareen Fischinger/Westend61/dpa-tmn

Ob Eltern, Großeltern oder Geschwister: In der Familie gibt es jemanden mit sehr hohen Cholesterinwerten? Oder jemand hat bereits früh im Leben einen Herzinfarkt erlitten? 

Ist eines von beidem der Fall, hat die Stiftung Kindergesundheit einen klaren Rat für Eltern: das Thema ansprechen, wenn sie mit ihrem Nachwuchs in der Kinderarztpraxis sind. Beides gibt nämlich Anlass, um abzuklären: Hat das Kind erblich bedingt hohe Cholesterinwerte? 

Gendefekt sorgt für zu viel Cholesterin im Blut 

Familiäre Hypercholesterinämie (FH) lautet in diesem Fall die Diagnose. Das Portal «gesund.bund.de» verweist auf Schätzungen, nach denen etwa 3 von 1.000 Menschen von der Fettstoffwechselstörung betroffen sind. 

Bei ihnen ist aufgrund eines Gendefekts der Spiegel des «schlechten» LDL-Cholesterins zu hoch. Meist mangelt es in ihrem Körper an Andockstellen, über die das LDL-Cholesterin den Weg in die Zellen findet. Die Folge: Es bleiben größere Cholesterinmengen im Blut zurück, wie das Portal «gesundheitsinformation.de» erklärt. 

Mit der Zeit können sich diese Blutfette in den Wänden der Blutgefäße ablagern. Dann fließt weniger Blut durch die Gefäße, was mit der Zeit das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht, so die Stiftung Kindergesundheit. Tückisch: «Bei einer familiären Hypercholesterinämie beginnt diese Belastung bereits im frühen Kindesalter», wie die Experten schreiben. Und egal in welchem Alter: Zu hohe Cholesterinwerte spürt man selbst nicht.

Der Weg zur Diagnose

Um eine FH festzustellen, reicht der gemessene LDL-Wert allein im Blut nicht aus. Denn erhöhte Cholesterinwerte können auch andere Ursachen haben. Bei der Diagnostik kommt es also auch auf die persönliche Krankheitsgeschichte des Kindes und auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie an. Mitunter sind auch genetische Untersuchungen sinnvoll. 

Eine familiäre Hypercholesterinämie kann übrigens zwei Formen haben: 

  • Bei der heterozygoten FH hat das Kind die genetische Veränderung von einem Elternteil bekommen. Sie ist die häufigere Variante. 
  • Bei der biallelischen FH haben sowohl Mutter als auch Vater den Gendefekt ans Kind vererbt. Diese Form ist deutlich seltener, aber umso kritischer. Bleiben Betroffene unbehandelt, drohen ihnen bereits vor dem 20. Lebensjahr schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, manchmal schon in früher Kindheit, so die Stiftung Kindergesundheit. 

Wie lässt sich das Risiko senken 

Um die erhöhten Cholesterinwerte zu senken, müssen Kinder in aller Regel Medikamente einnehmen. Bei einer biallelischen FH kann zusätzlich eine Blutreinigung, ähnlich wie bei einer Dialyse, sinnvoll sein. Dabei wird LDL-Cholesterin aus dem Blut entfernt. Ebenfalls wichtig ist ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und viel Bewegung.


Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
(27.10.2026)